Reise in die deutsche Vergangenheit

Reise in die deutsche Vergangenheit

P1050179

 Geschichtsunterricht am andern Ort hieß es im zurückliegenden Juni für die beiden 10er Abschlussklassen. Gemeinsam mit ihrer Geschichtslehrerin und den Klassenleiterinnen besuchten sie die Gedenkstätte Natzweiler – Struthof im Elsass.

Die Stiftung Demokratie Saar und die VHS Saarbrücken organisierten den Ausflug und schickten bei beiden Fahrten Jörg Jacoby mit, der den Schülerinnen und Schülern sehr eindrücklich schilderte, was sich in der Zeit des Nationalsozialismus insbesondere im deutsch besetzten Elsass zugetragen hatte.

Die SchüleriP1050200nnen und Schüler selbst empfanden die Fahrten als sehr informativ. Sie äußerten nach den Fahrten ihre Eindrücke und Erfahrungen in schriftlicher Form, sodass an dieser Stelle die Jugendlichen selbst zu Wort kommen können:

So empfand Lou, die sich auch außerhalb der Schule für Geschichtsthemen interessiert, „die Besichtigung äußerst interessant und informativ“. Sie hatte während der Fahrt das Gefühl, dass Herr Jacoby dafür Sorge trug, dass es selbst denjenigen Klassenkameraden, die sich nicht sonderlich für Geschichte interessieren, nicht langweilig wurde. Einzig das Benehmen anderer Schulklassen auf dem Gelände des ehemaligen Konzentrationslagers empfand sie als störend. BeP1050201sonders „hängen“ geblieben sei bei ihr die Tatsache, dass in Natzweiler die Villa des Lagerkommandanten in Sichtweise des Lagers gelegen war. Ferner fand sie bemerkenswert, dass in diesem KZ über 80 Juden vergast wurden, um eine Skelettsammlung anzulegen.

Ganz besonders der Besuch der Gaskammer setzte sich Katharina „im Kopf fest“. Was die Menschen damals in Natzweiler über sich ergehen lassen mussten, ist für sie das schlimmste, was man sich überhaupt vorstellen kann. Es sei einfach unvorstellbar.

P1050180Johanna stellte dar, dass vor allem die von der VHS Saarbrücken herausgegebenen Begleithefte mit Zeitzeugenberichten sehr gut waren. Es sei sehr interessant gewesen, was die Menschen, die einmal in einem solchen Konzentrationslager waren, gefühlt und erlebt haben.

Für Selina besonders eindrücklich war die Tatsache, dass es bei jedem Regelverstoß Strafen gab und im Krematorium immer mehrere Leichen P1050188zusammen verbrannt wurden.

P1050185Samuel schrieb, dass er sehr berührt war, auf dem Boden zu stehen, auf dem so viele Menschen gestorben sind. Kritisch merkte er aber an, dass er sich das Gelände und das Lager anders vorgestellt habe. Es läge aber so nah an der Natur, dass es einem gar nicht so schlimm vorkomme. Er nahm sich für die Zukunft vor, einmal eins der größeren Lager wie Dachau oder gar Auschwitz zu besuchen.

P1050198Es sei anders als durch einen Film, ein Konzentrationslager im Rahmen einer Exkursion zu besuchen. Es sei einfach realer, bewertet Timo die Fahrt. Der Nationalsozialismus gehöre zur deutschen Geschichte und da es immer weniger Zeitzeugen gebe, findet er es gut, dass den Abschlussklassen über die Fahrt die Problematik der Nazi-Zeit vor Augen geführt worden sei.

Am Ende findet Daniel, dass er eine solche Lehrfahrt wieder mitmachen würde und auch empfiehlt für die Zukunft wie die meisten seiner Klassenkameraden, solche Fahrten durchzuführen.