Soziales Engagement als Nachhaltigkeitsprojekt

Als vor nunmehr einer Dekade eine mittlerweile seit vier Jahren im Ruhestand befindliche Religionslehrerin der Maximilian-Kolbe-Schulen mit einer Religionsgruppe eine von Schüler/-innen angeregtes Projekt des sozialen Handelns auf den Weg brachte, ahnte noch niemand, welche Wirkung die gute Tat entwickeln würde. Die tatkräftige Unterstützung der „Neunkircher Tafel“ wurde zur Herzensangelegenheit nicht nur der Initiativgruppe, die längst die Schule Richtung Lehre und weiterführende Schulen verlassen haben. Es entstand ein „Überschlageffekt“, d.h. das Feuer der Begeisterung ergriff zunächst eine Klasse, dann die ganze Klassenstufe und entwickelte sich zum Schulprojekt beider Schulen, von Grund- und Gemeinschaftsschule, mit einem Flow, der auch Eltern- und Lehrerschaft erfasste.

Dies zeigte sich erneut wie stets in der Adventszeit, so auch diesmal wieder. Es entstand wie in den Jahren zuvor ein aktiver und zugleich auch alternativer Adventskalender, denn es galt  den täglich zu öffnenden Türen nichts zu entnehmen, sondern vielmehr etwas hineinzugeben.

Frau Reichert, die als Mitglied des Schulseelsorgeteams die Aktion seit vier Jahren maßgeblich betreut, hat auf die Bedürfnislage, die seitens der Verantwortlichen der Tafel kommuniziert wurde, reagiert, so dass der Appell nach Nahrungsmittelspenden insbesondere für Babys und Kleinkinder nicht ungehört verhallte. Der Aufruf wurde vielmehr aufgegriffen und spiegelte sich in den zahlreich zielgerichtet eingegangenen Sachspenden, die sich jedoch nicht ausschließlich auf Babynahrung beschränkten.

Herr Thomas Mörsdorf, der Leiter der Tafel, und seine Mitarbeiterin Frau Cäsar, die sich alljährlich zur Übergabe einfinden, zeigten sich anlässlich des Spendenergebnisses, das in der Aula präsentiert wurde, hoch erfreut. Konnten sie vor zehn Jahren noch mit einem PKW anreisen, so muss mittlerweile ein Kleintransporter zum Abtransport eingesetzt werden.

In seiner Dankesrede würdigte Herr Mörsdorf das anhaltende und damit nachhaltige soziale Engagement und die Verbundenheit mit der Schule. „Die gute Tat macht Schule“, so versteht Schulleiter Walter Meiser das Projekt, das zum Prozess geworden ist. Und wenn, wie eine Schülerin sagte, das Helfen ihr Freude mache, dann ist Mitmenschlichkeit nicht nur eine leere Vokabel eines Leitbildes sondern gelebtes Bildungs- und Erziehungshandeln.

Text und Bild: W. Meiser